Neue Ziele für den Klima- und Umweltschutz bei Miele

Klima- und Umweltschutz bei Miele

01.07.22 – Seit seiner Gründung vor mehr als 120 Jahren steht das Familienunternehmen Miele auf besondere Art und Weise für verantwortungsvolles Wirtschaften. Angesichts der wachsenden Bedrohungen durch den Klimawandel und zunehmender Ressourcenknappheit legt das Unternehmen aktuell einen strategischen Fokus auf den ambitionierten weiteren Ausbau der Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Miele Nachhaltigkeitsstrategie ist fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Sie soll allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Leitbild für ihr tägliches Handeln dienen. Den Rahmen dafür bilden langfristig ausgerichtete Zielsetzungen: Im Jahr 2016 hat Miele daher 15 strategische Ziele formuliert, die bis 2025 erreicht werden sollen. Auf dem Weg dorthin hat das Unternehmen bereits bedeutende Fortschritte verzeichnet – etwa beim Klimaschutz: So ist in den vergangenen Jahren der Energieverbrauch an den Standorten kontinuierlich gesunken. Auch im Bereich Ressourcenschonung verfolgt Miele entschlossen das Ziel, dass die Geräte führend in nachhaltiger Produktgestaltung und ganzheitlicher Effizienz sein sollen. So konnte Miele den Anteil der abgesetzten Produkte in den jeweils höchsten Energieeffizienzklassen weiter steigern. Zudem bewerten die Kunden:innen die Nachhaltigkeitsleistung von Miele weltweit weiterhin als sehr gut. Dies belegt etwa die Untersuchung „Grüne Marken des Jahres“ des internationalen Marktforschungsinstituts YouGov und des Magazins stern aus dem Jahr 2020. Dort wählten Verbraucherinnen und Verbraucher Miele auf den ersten Platz in der Kategorie Elektrogeräte. Uns ist bewusst, dass sich globale Herausforderungen wie der Klimawandel in den letzten Jahren weiter verschärft haben. Auch durch die Digitalisierung und steigende Erwartungen von Verbraucher:innen ergeben sich neue Aufgaben. Deshalb haben wir ein groß angelegtes Projekt durchgeführt, um einzelne Themenfelder der Nachhaltigkeitsstrategie noch ambitionierter anzugehen.

Neue ambitionierte Zielsetzung trägt hohem Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit Rechnung

Mit einer neuen Strategie wird das Thema Nachhaltigkeit noch tiefer in der Organisation verankert und auch stärker nach außen getragen, etwa in der Kommunikation mit den Kunden:innen. Die überarbeitete Strategie konzentriert sich auf mehrere Fokusfelder: Klimaschutz, Nachhaltige Produkte und Verpackungen. Dies sind Bereiche, in denen wir einen bedeutenden zusätzlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können und die gleichzeitlich gesellschaftlich von besonderer Relevanz und Dringlichkeit sind. Die Zielsetzungen und Maßnahmen in den Fokusfeldern werden ab dem Jahr 2021 in einem Nachhaltigkeitsprogramm weiter ausdifferenziert. Bei der Umsetzung der weiterentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie werden die Business Units sowie die relevanten Zentralbereiche wie Einkauf, Personal oder Logistik durch Formulierung eigener Nachhaltigkeitsprogramme auf Basis der zentralen Strategie eng eingebunden.

Klimawandel eindämmen als größte Aufgaben der Zeit

Als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen mit weltweiten Wertschöpfungsketten messen wir dem Klimawandel eine besondere Bedeutung bei. Deshalb hat das Unternehmen eine umfassende Klimaschutzstrategie entwickelt und hierfür ehrgeizige Ziele definiert. Die Strategie wurde im Oktober 2020 durch die Geschäftsleitung verabschiedet. Ihr Kern ist die Vermeidung, Reduzierung und Kompensation von CO2-Emissionen. Bei den Zielen orientieren wir uns an dem Pariser Klimaabkommen, das vorsieht, die globale Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Ära auf deutlich unter 2 Grad Celsius – besser 1,5 Grad Celsius – zu begrenzen. Um sicherzustellen, dass die Klimaziele von Miele dazu einen wirksamen Beitrag leisten, sind wir im Januar 2021 der international anerkannten Science Based Targets initiative (STBi) beigetreten. Damit einher geht die Verpflichtung, ein wissenschaftsbasiertes Emissionsreduktionsziel zu verfolgen. Ein erstes Zwischenziel ist es, über alle Standorte hinweg bereits 2021 CO2-Neutralität zu erreichen. Dies bezieht sich auf die eigenen Emissionen (Scope 1) sowie die Emissionen der Energielieferanten (Scope 2). Gleichzeitig setzt sich Miele zum Ziel, diese Emissionen bis 2030 um 50 Prozent im Vergleich zu 2019 zu senken. Hierfür werden wir weitere Investitionen tätigen, um die Energieeffizienz der Standorte und -Produktionswerke zu verbessern und die Eigenstromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auszubauen.

85 Prozent aller CO2-Emissionen im Zusammenhang mit Miele entstehen durch die Nutzung unserer Produkte bei den Kunden:innen. Diese Emissionen, allem voran die Stromverbräuche, wollen wir bis 2030 um 15 Prozent reduzieren, verglichen mit 2019. Wenn man bedenkt, welche Fortschritte in den letzten Jahrzehnten bei der Energieeffizienz bereits erreicht wurden, sind weitere 15 Prozent Einsparung äußerst ambitioniert. Darüber hinaus umfassen die Scope 3 Emissionen nicht nur die Nutzung, sondern zum Beispiel auch Ihre Zulieferungen, also die eingekauften Güter und Dienstleistungen. Diese machen bei uns weitere 13 Prozent aus und auch damit beschäftigen wir uns intensiv. Welche Einsparmöglichkeiten es hier gibt – dazu stehen wir in einem ersten Austausch mit unseren Geschäftspartnern. Ab November verbauen wir im Rahmen eines Pilotprojekts knapp 24 Tonnen CO2-armen Stahl pro Monat, der im Bereich der Herde und Backöfen mit 60 Zentimetern Breite zum Einsatz kommen wird. 

Langlebigkeit der Produkte und Steigerung der Ressourceneffizienz im Fokus

Ein weiteres Fokusfeld beschäftigt sich mit den Produkten von Miele und ihren Verpackungen, deren Nachhaltigkeitsbilanz weiter verbessert werden soll. Dazu gilt es unter anderem Stoffkreisläufe zu schließen – zum Beispiel durch den Einsatz von Rezyklaten oder eine verbesserte Reparierbarkeit der Produkte. Letzteres trägt zur besonderen Langlebigkeit unserer Produkte bei, die sich als ökologisch sinnvoll erwiesen hat. Ebenso auf der Agenda steht die Steigerung der Ressourceneffizienz. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten und zugleich Rohstoffreserven für kommende Generationen zu bewahren. Wichtige Voraussetzungen hierfür wollen wir bereits bei der Produktentwicklung schaffen. Bei den Versandverpackungen der Hausgeräte prüft ein Projektteam fortlaufend alternative Verpackungsmaterialien, um weiter auf umweltschonendere Lösungen umstellen zu können. Zudem sind wir bestrebt, für die Verpackungen von Reinigungs- und Pflegeprodukten häufiger recycelte oder recyclingfähige Stoffe zu nutzen. Ziel ist es, den Einsatz von recycelten und recycelbaren Materialien stetig zu erhöhen – nicht nur bei Verpackungen, sondern auch in Bezug auf die Geräte.


Autor: Christoph Wendker – Vice President Corporate Sustainability and Regulatory Affairs. Christoph Wendker ist seit 1988 für die Miele & Cie. KG tätig, hier hat er seither zahlreiche Aufgaben übernommen. So war er unter anderem als Projektingenieur im Bereich Wäschepflege tätig und hatte die Entwicklungsleitung für Wäschetrockner inne. Ab November 2012 leitete der Maschinenbauingenieur das Technische Produktmanagement sowie das Umweltreferat. Seit Januar 2021 leitet er als Vice President den Bereich Corporate Sustainability and Regulatory Affairs bei Miele.

Foto: © Bigstock / Tupungato

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