Otto Group: Wir brauchen die grüne Transformation

Otto Group - Wir brauchen die grüne Transformation

29.03.22 – Die sich zuspitzende Klimakrise erfordert ein neues Wirtschaften: Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle verändern, Prozesse neu denken und Partnerschaften über Wettbewerbsgrenzen hinaus eingehen, um die gravierenden Veränderungen anzuschieben, die es jetzt braucht. Die Otto Group befindet sich auf diesem Weg der grünen Transformation.

Der menschengemachte Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Der jüngste Bericht des Weltklimarats und die dramatischen Appelle der Weltklimakonferenz machen unmissverständlich klar, dass wir – Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und jede:r Einzelne – keine Zeit mehr verlieren dürfen, um der Erderwärmung entgegenzutreten. Bereits 2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft mit dem Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise auf 1,5 Grad zu begrenzen. Mit diesem sehr ambitionierten Ziel sollen die unumkehrbaren Auswirkungen des Klimawandels noch einigermaßen beherrschbar gestaltet werden. Ob die Menschheit bei diesem Wettlauf gegen die Zeit erfolgreich sein wird, hängt von den Weichenstellungen im Hier und Jetzt ab.

Als Otto Group wollen wir unserer unternehmerischen Verantwortung gerecht werden und hierfür mutige, lösungsorientierte Antworten liefern. Denn wir sind überzeugt, dass Klimaschutz nicht nur eine Belastung ist, sondern auch eine große Chance für Modernisierung und neue Geschäftsmodelle bietet.

Lange Tradition bei Umwelt- und Klimaschutz

Wir haben unsere Verantwortung früh erkannt und in den vergangenen Jahrzehnten die Emissionen aus unserer eigenen Geschäftstätigkeit, auf die wir unmittelbar Einfluss nehmen können, kontinuierlich reduziert. Die ersten unternehmensinternen Projekte wurden dafür schon in den 1990er Jahren auf den Weg gebracht.

Im Jahr 2006 folgte die erste konzernweite Klimaschutzstrategie mit dem Ziel, die CO2-Emissionen an den eigenen Standorten, bei Beschaffungs- und Distributionstransporten sowie im Bereich der Mitarbeitermobilität bis Ende 2020 zu halbieren. Dieses Ziel konnten wir übererfüllen ohne Zertifikate für die CO2-Kompensation zukaufen zu müssen.

Unter dem Dach der neuen Corporate Responsibility Strategie haben wir das Ziel ausgegeben, bis 2030 in unserer Geschäftstätigkeit klimaneutral zu werden. Dabei verfolgen wir unseren etablierten Klimaschutzansatz: Emissionen vermeiden, dann reduzieren und erst in allerletzter Konsequenz hochwertig kompensieren. Wir befinden uns auch hier bereits auf einem guten Weg.

Die positive Entwicklung bis zum heutigen Zeitpunkt hat verschiedene Gründe, wie etwa die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau eigener erneuerbarer Energien an den Standorten. Neben der Nutzung von Photovoltaik und Erdwärme, spielt Biomasse eine zunehmend wichtige Rolle für die Wärmeerzeugung und den Wärmebezug der Gebäude. An verschiedenen Standorten gibt es Blockheizkraftwerke, um Energie effizienter zu nutzen und die eigenen Emissionen zu verringern. Zudem verfolgen wir das Ziel, bis 2025 alle Standorte zu 100 Prozent mit qualitativ hochwertigem Ökostrom zu versorgen.

Im Transportbereich ist die Verlagerung von Luftfracht auf emissionsärmere See-, Straßen- und Schienentransporte bei der Warenbeschaffung aus den Produktionsländern der größte Hebel für mehr Klimaschutz. Die Maßnahmen bei den Distributionsverkehren, also bei den Transporten auf der „Langen Strecke“ und der „Letzten Meile“, beinhalten sowohl die Reduzierung der Transportkilometer durch neue Standortkonzepte und effizientere Tourenplanungen als auch die Modernisierungen des Fuhrparks und alternative Antriebstechnik. Mit Blick auf die Innenstadtbereiche deutscher Großstädte steht dabei die emissionsfreie Zustellung im Fokus – Berlin hat hier den Auftakt für eine grüne City-Logistik gegeben. Und für alle nicht vermeidbaren CO2-Emissionen im Zustellprozess wird ein Großteil unserer Produkte bereits CO2-neutral durch Kompensation an die Haustür geliefert.

Last but not least: In der Otto Group sind nachhaltiges Wirtschaften und Klimaschutz strategisch im Top-Management verankert. Der Konzernvorstand ist dabei u.a. auf das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen (inkl. Klima-Kennzahlen) incentiviert und in alle relevanten Entscheidungsprozesse eingebunden. Durch diesen „tone from the top“ lässt sich Klimaschutz sehr effektiv und erfolgreich im Kerngeschäft verankern.
Herausforderung Lieferkette

Ein Großteil der klimaschädlichen Emissionen entsteht während des Herstellungsprozesses unserer Produkte in der vorgelagerten Lieferkette. Deshalb beschäftigen wir uns auch sehr intensiv damit, wie wir entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette noch wirksamer werden können, um das 1,5°C Ziel zu erreichen. Dazu gehört beispielsweise die Auseinandersetzung mit relevanten Standards wie die Science Based Targets (wissenschaftsbasierte Klimaziele) und das Schaffen von Transparenz entlang unserer gesamten Lieferkette – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt. Auch wenn der Zu- und Durchgriff in diesen Wertschöpfungsstufen sich nicht so unmittelbar darstellt wie bei unseren Kernprozessen, ist es für uns entscheidend, hier Stück für Stück besser zu werden. Es geht dabei sowohl um Bewusstseinsbildung und Grundlagenvermittlung als auch um konkrete Maßnahmenansätze zur Emissionsreduktion.

Allianzen für die grüne Transformation

Über unsere Klimaschutzaktivitäten hinaus, knüpfen wir Netzwerke mit anderen Unternehmen, politischen Akteuren, Wissenschaft und der Gesellschaft – zum Beispiel innerhalb der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz oder der United Nations Klimacharta. Wir unterstützen zudem die 2005 von Prof. Dr. Michael Otto gegründete Initiative „Cotton made in Africa“, die sich am Anfang der Lieferkette für nachhaltig produzierte Baumwolle einsetzt und einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen aufweist als der globale Durchschnitt. Auf diese Weise bündeln wir Kräfte und schaffen wertvolle Synergien, was für ein ambitioniertes und erfolgreiches Klimaschutzmanagement unerlässlich ist – vor allem hinsichtlich der großen Herausforderungen in der vorgelagerten Lieferkette.

Fazit

Klimaschutz ist in der Otto Group auf einem sehr guten und glaubwürdigen Weg. Wir haben ambitionierte strategische Ziele, die wir konsequent und leidenschaftlich verfolgen, aber auch immer wieder kritisch hinterfragen. Auch in der Öffentlichkeit setzt sich das Bewusstsein für die Dringlichkeit weitreichender Klimamaßnahmen weiter durch. Kund:innen richten ihre Kaufentscheidungen zunehmend an nachhaltigen Kriterien aus – Unternehmen, die da nicht mitziehen, haben keine guten Karten. Verantwortungsvolles Handeln wird also zu einer „License to operate“. Deshalb sollten Unternehmen Klimaschutz als Modernisierungsprojekt für die Wirtschaft begreifen, ihn zu einem Geschäftsmodell machen und konsequent vorantreiben.


Autor: Alexander Gege ist seit zehn Jahren in verschiedenen Funktionen im Corporate Responsibility Bereich der Otto Group tätig. Seit 2020 leitet er das Cluster „Climate & Ecology“, wo er sich mit seinem Team um die strategischen Fragestellungen rund um die Themen Klimaschutz, Chemikalien, Wasser und Ressourceneffizienz kümmert – immer mit Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette und die Vielfalt der Geschäftsmodelle in der Otto Group. Alexander Gege vertritt die Otto Group darüber hinaus in zukunftsweisenden Klimaschutz-Initiativen wie der UN-Klimacharta, der Stiftung 2° oder „toMOORow“.

Foto: © Pixabay / geralt

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